Donnerstag, 19. September 2013

Einmal Istrien ...


Ich zwicke meine Augen zu. Ich mach sie wieder auf. Es nutzt nix: Noch immer fühle ich mich so, als wäre ich in der Toskana, obwohl ich weiß, dass ich in Istrien bin. Steinhäuser, sanfte Hügel, Zypressen, Oleander. Ein würziger Duft von blühendem Rosmarin liegt in der Luft, Schmetterlinge begleiten uns des Weges, flinke Eidechsen huschen wie Schatten über die Straße. Das italienische Flair wird durch zweisprachige Ortstafeln und die Ciaos der Einheimischen noch verstärkt.


Wir sind in Brtonigla, einem kleinen und charmanten Städtchen im Nordwesten Istriens. Das Hotel San Rocco, das dieses Jahr eine Auszeichnung als bestes Hotel der Alpe Adria-Region erhielt, beherbergt uns für kurze Zeit. Wir lachen über die Luxusschlitten vor der Haustür und bereuen es, nicht mit dem blitzblauen Opel Agila nach Kroatien gefahren zu sein. Der Anblick wäre unbezahlbar gewesen.
Die Atmosphäre ist familiär und unkompliziert, von der Terasse aus leuchtet in der Ferne das Meer, es ist etwa zehn Kilometer entfernt.


Wir fahren an Olivenhainen, trüffelträchtigen* Eichenwäldern und Weingärten vorbei, sehen uns in wildromantischen Bergdörfern um, genießen die Landschaft und das Essen. Dieses gute Essen! Wir kosten uns durch fruchtiges Olivenöl, Trüffelgerichte und istrischen Malvasia.


Domače lautet hier die Devise, hausgemacht, vor allem in den kleinen Konobas fernab der Touristenpfade, wo es sich anfühlt, als wäre man in das private Wohnzimmer der Gastgeber eingeladen. Frische Fuži, aus Nudelteigquadraten zusammengerollte Pasta, dazu Tomatensauce, Brot und Wein - mehr braucht es nicht! Wobei: Das Dinner im Restaurant unseres Hotels, das mit zwei Hauben aufwarten kann, hat auch was für sich.


Einmal fahren wir ans Meer, wir spazieren durch Poreč. Es ist schön, die Zehen ins salzige Wasser zu tauchen, trotzdem kehren wir schon am späten Nachmittag wieder nach Brtonigla zurück und lassen uns im Garten Kaffee servieren. Es ist ruhig hier und friedlich, wir sehen den Feigen beim Reifen zu und schmunzeln über eine Schlagzeile aus dem Newsticker: USA - Frischvermählte stößt Ehemann von Klippe. Das Meer sei aus der Ferne betrachtet besonders schön, meint da plötzlich mein frischvermählter Ehemann. Und bestellt noch einen Cappuccino.


Fuži mit Trüffeln

Natürlich habe ich beim istrischen Trüffelbaron Gianfranco Zigante eine Trüffel erstanden, die erste meines Lebens!

Zutaten für 2 Personen

250 g Fuži (Bei ausreichend Zeit am besten hausgemacht: Nudelteig in 4 x 4 cm große Quadrate schneiden und über die Diagonale zu einer Rolle einschlagen. Die Enden aneinanderdrücken. Fertige Fuži sehen ähnlich aus wie Penne.)
1 kleine schwarze Trüffel (meine hatte 15 g)
50 g Butter
125 ml Schlagobers
1 TL glattes Mehl
Salz
Pfeffer

1. Fuži in Salzwasser bissfest kochen.

2. In der Zwischenzeit den Großteil der Trüffel in feine Scheiben hobeln (ich habe einen Sparschäler verwendet, besser wäre natürlich ein spezieller Trüffelhobel), den Rest fein hacken.

3. Butter schmelzen. Schlagobers mit dem Mehl glatt rühren und zur geschmolzenen Butter geben. Gut verrühren und aufkochen, kurz köcheln lassen. Die gehackten Trüffel, etwa die Hälfte der Trüffelscheiben und einen Schuss Nudelkochwasser hinzugeben. Mit Salz und Pfeffer würzen.

4. Die Nudeln abseihen und mit der Trüffelsauce vermischen. Auf Tellern anrichten und mit den restlichen Trüffelscheiben garnieren.


*ein wunderbares Wort, leider nicht von mir …

Genusslinks:
Konoba Zenon. Geheimtipp! In dieser jungen Konoba durften wir, betreut von zwei sehr dynamischen und charmanten Damen, ein unglaublich gutes Essen genießen. Keine Speisekarte, offene Küche, modernes Ambiente und flotte Musik.

Kommentare:

  1. Guten Morgen,

    ja, also ich dachte auch es wäre die Toskana- traumhaft, also wirklich Istrien ist ja eh schon seit längerem ein kleiner Geheimtipp! Ich bin total begeistert, am liebsten würde ich gleich mal Urlaub anmelden. Aber ich hab auch selbst nur mehr 2,5 Wochen bis es nach Südtirol ins wunderschöne Ulental St. Walburg geht - yeahhh, meine Vorfreude ist schon seeeehr groß!

    Schöne Bilder, leeeckerees Essen - perfekter Post!

    lg Netzchen

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    1. Schönen Abend, Netzchen! Ja, Istrien überhaupt und der kleine Ort Brtonigla im Speziellen ist seeeehr zu empfehlen ... Es war eine richtige Genussreise. Das ist Südtirol aber auch! :-)

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  2. Istrien, bzw. Kroatien an sich, ist einfach immer wieder sehenswert.
    Wir waren ja im April wieder da und sind ja mit dem Virus infiziert.
    Den Zigante hab ich auch aufgesucht, mein Mann wollte mir danach alles womit man einkaufen kann (Geld, Kreditkarten) entziehen, zahlt sich aber jeder Kuna aus.

    Schöne Bilder hast du mitgebracht:-)

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    1. Ich hab einen Beitrag von dir damals gelesen, giftigeblonde! Istrien hat wirklich Suchtpotential :-)

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