Donnerstag, 15. August 2013

Der scharlachrote Unbekannte


Am 15. August werden im ganzen Land Kräuterfeste gefeiert. Das nutze ich, um abseits von Lavendel, Thymian und Löwenzahn ein weniger bekanntes Wildpflanzengesicht ins rechte, leuchtend rote Licht zu rücken: Den Roten Holler.

Roter Holunder wird auch als Bergholler oder Traubenholunder bezeichnet. Seine scharlachroten Früchte sind nicht tellerförmig wie beim Schwarzen Holler, sondern traubenförmig angeordnet. Im August wird er reif – und lässt sich in ein wunderbares, leicht herbes, zart nach Grapefruit schmeckendes Gelee verwandeln. Wichtig beim Roten Holunder ist, ihn ohne seine kleinen Kernchen zu verarbeiten, da sie Blausäure enthalten.


Rotes Hollergelee

Rote Holunderbeeren, abgerebelt
Wasser
Gelierzucker

1. Rote Hollerbeeren in einen Topf geben und knapp mit Wasser bedecken.

2. Aufkochen und im Topf abkühlen lassen, bis die Beeren nur noch lauwarm sind.

3. Ein Sieb mit einem sauberen Geschirrtuch auslegen und über eine Schüssel hängen. Beeren samt Wasser in das Sieb leeren, die Flüssigkeit ablaufen lassen und das Tuch samt Inhalt sehr gut ausdrücken. Der Presskuchen kommt auf den Kompost.

4. Den Roten Hollersaft abmessen und die entsprechende Menge an Gelierzucker zugeben. Aufkochen, einige Minuten köcheln lassen und sofort in mit kochendem Wasser ausgespülte Gläser abfüllen. Gut verschließen.


Das Gelee vom Roten Holunder genieße ich am liebsten in Naturjoghurt oder Sauerrahm, es passt aber auch hervorragend zu dunklem Fleisch oder würzigen Käsesorten.

Kommentare:

  1. Ohhh diesen roten Holler würde ich auch sehr gerne haben, aber leider ist er bei uns in Tirol so gut wie gar nicht zu finden.
    Ich verarbeite den dunklen in verschiedenen Varianten !

    Herzliche Feiertagsgrüße Renate

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    1. doch bei mir daheim klaubt gerade ein Innsbrucker. Heuer ist er besonders schön weils nicht zu heis ist.

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  2. mhhh - schaut das gut aus! Da muss ich auf die Suche gehen!

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  3. hi,

    ja das nenn ich mal eine hübsche Unbekannte !!
    ich muss sagen, ich bin echt immer wieder erstaunt, was du so postest,
    also echt Respekt, die meisten Dinge kenn ich gar nicht !?!!

    lg Netzchen

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  4. Bei uns finde ich den roten Holler vor allem in gemischten Hecken, Renate - hier ist er wirklich keine Seltenheit. Echt, in Tirol gibt's den nicht???

    Ja, die leuchtend roten Beeren sind grad eh nicht zum Übersehen, Barbara ;-)

    Danke Netzchen ... Aber sei beruhigt: Bis ich meine Kräuterpädagogik-Ausbildung gemacht habe, hatte ich davon auch nicht wirklich Ahnung ;-)

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