Mittwoch, 17. Juli 2013

Weißt du, wie der Sommer riecht?


Nach Birnen und nach Nelken,
nach Äpfeln und Vergissmeinnicht,
die in der Sonne welken,
nach heißem Sand und kühlem See
und nassen Badehosen,
nach Wasserball und Sonnencrem,
nach Straßenstaub und Rosen.

Weißt du, wie der Sommer schmeckt?

Nach gelben Aprikosen
und Walderdbeeren, halb versteckt
zwischen Gras und Moosen,
nach Himbeeren, Vanilleeis
und Eis aus Schokolade,
nach Sauerklee vom Wiesenrand
und Brauselimonade.

Weißt du, wie der Sommer klingt?

Nach einer Flötenweise,
die durch die Mittagsstille dringt,
ein Vogel zwitschert leise,
dumpf fällt ein Apfel in das Gras,
ein Wind rauscht in den Bäumen,
ein Kind lacht hell, dann schweigt es schnell
und möchte lieber träumen.


Auch mein Sommer schmeckt nach Sauerklee – wie davor der Frühling schon. Allerdings pflücke ich die frischgrünen Herzblätter nicht vom Wiesenrand, wie im wunderbar stimmungsvollen Sommergedicht von Ilse Kleberger beschrieben: Ich kenne ihn vornehmlich als Waldbewohner. Vor allem in Nadelwäldern kommt er vor, weil er saure Böden liebt.


Waldsauerklee blüht unbeschreiblich schön: Filigrane, weiße Blüten, von purpurfarbenen Adern durchzogen. Um diese Zeit, zur Sauerkleeblüte im Frühjahr, machen mir Streifzüge durch den Wald besondere Freude. Und jetzt, im Sommer, liebe ich Sauerklee-Eis.


Sauerklee-Eis

Mein absoluter Liebling diesen Sommer! Das Grundrezept stammt von Frau Ziii, ich habe ihr Basilikumeis leicht abgewandelt und an den Waldsauerklee adaptiert. Ganz wunderbar hat es übrigens zum Rhabarber-Crumble geschmeckt.

130 ml Wasser
120 g Zucker
eine kleine Schüssel Blätter vom Waldsauerklee (den jungen, hellgrünen Sauerklee bevorzugen – vom Stängel gezupft waren es bei mir 18 g Blätter)
400 g Naturjoghurt mit 4 % Fett
1 EL Olivenöl

1. Das Wasser mit dem Zucker aufkochen und bei geringer Hitze etwa 5 Minuten ohne umrühren köcheln lassen. Auskühlen lassen.

2. Die Sauerkleeblätter zum abgekühlten Zuckersirup geben und mit dem Pürierstab zerkleinern.

3. Den Sirup etwa eine Stunde oder auch über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen.

4. Den Sirup durch ein feines Sieb abseihen, die Blätter dabei mit einem Löffel gut ausdrücken.

5. Sirup mit Joghurt und Olivenöl vermischen und die Eismasse im Kühlschrank gut durchkühlen lassen.

6. Die kalte Masse in der Eismaschine cremig rühren und sofort servieren.

Bei Eismaschinen mit Kompressor kann das Durchkühlen im Kühlschrank entfallen. Das Eis schmeckt auch ohne Eismaschine, allerdings ist es dann natürlich nicht cremig, sondern fest und parfaitähnlich. Dasselbe passiert, wenn Eisreste eingefroren werden. Am besten fand ich das Eis direkt aus der Maschine.

Kommentare:

  1. ist schon gepinnt, schon wieder sowas Ausgefallenes ;-). Wahrscheinlich werden wir uns mal beim Streifen durch die Mühlviertler Wälder begegnen - aber wehe, du pflückst "meine" Steinpilze ;-))

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    1. Ja, das wär schön, dich mal im Wald zu treffen ... Aber keine Sorge - bei Schwammerl kenn ich mich eh nicht so aus ;-)

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  2. Servus!

    Wieder ein Grund warum ich bei Dir so gerne mitlese! Ich lerne immer noch was dazu. Sauerklee also heißt das, und man kann es sogar essen. Ich liebe Frozen Joghurt - wer weiss, vielleicht trau ich mich ja auch mal an dein rezept ran. Danke!

    LG Sandra

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    1. Also wenn du Frozen Joghurt liebst, Sandra - dann ist DAS dein Eis :-)

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  3. wow, was für ein toller Post, also da kann man ja förmlich den Sommer riechen!
    mir gefallen deine ausgefallenen und naturbelassenen Speisen immer mehr!!!

    LG Netzchen

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    1. Danke Netzchen, ich les ja auch so gerne bei dir :-)

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    2. charmant und extrem natürlich DU & dein Blog!! *gg*

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  4. Beim Lesen dieses Posts kann ich auch ganz genau den Sommer riechen!

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