Mittwoch, 12. Juni 2013

Mühlviertel kulinarisch


Das ist die alte Rein meiner Mühlviertler Oma. Die Rein steht auf Mühlviertler Zwilch. Und in ihr drin ist traditionelles Mühlviertler Essen. Das ist so einfach und so gut, dass es mich ganz glückselig macht, auch wenn der Name des Gerichts ein bisserl komisch ist: Es ist nämlich ein Schedl. Noch dazu wird dieses Wort bei uns eher schlampig ausgesprochen, mit einem zähen „e“ und das „d“ lassen wir komplett weg. Müsste ich es aufschreiben, dann stünde da: Schä’l oder so. Und da muss ich zugeben: Verheißung klingt anders. Aber so sind wir halt, wir Mühlviertler. Ganz eigene Schedln. Mit ganz eigenen, wunderbaren Rezepten.


Dünner Schedl

Ein Schedl wird in einer Rein gebacken und ist ein zumeist eher flaches Gericht. Er kann süß sein oder pikant, mit Fleisch oder ohne. Da gibt es Räuberschedl oder Leberschedl, Erdäpfelschedl oder diesen hier, den Dünnen Schedl. Der schmeckt warm und kalt sehr gut, ist blitzschnell zubereitet und Kinder lieben ihn geradezu (ich auch). Die Menge ist für 4 Portionen gerechnet, aber, ähem, ich hab die ganze Rein allein verputzt J.

2 EL Butter
¼ l Milch
100 g Grieß
1 EL Zucker
1 Messerspitze gemahlener Anis oder Zimt
2 Äpfel

1. Backofen auf 170 °C vorheizen.

2. Die Butter in einem kleinen Topf bei relativ starker Hitze rasch schmelzen. Sobald sie zu bräunen beginnt, vom Herd nehmen und in eine kleine Rein (eine hitzebeständige Auflaufform) gießen.

3. Milch dazugießen und am Herd aufkochen.

4. Grieß in die Butter-Milch-Mischung leeren und sehr rasch gleichmäßig verteilen.

5. Die Äpfel schälen und feinblättrig über die Grießmasse hobeln.

6. Zucker und Anis oder Zimt vermischen und über die Äpfel streuen.

7. Den Schedl im Rohr etwa 10 Minuten backen, bis die Äpfel weich sind.


Rezept aus „Mühlviertler Küche“ von Georg Friedl, erschienen im Verlag Bibliothek der Provinz.

Das ist mein Beitrag für das Blogevent Österreich kulinarisch, zu dem die Turbohausfrau in den Kochtopf eingeladen hat.

Kommentare:

  1. Oh, da schau ich nichtsahnend bei dir rein und finde einen Beitrag für mein Event! Das war eine nette morgendliche Überraschung. Vielen Dank dafür.

    Bisher kannte ich beim Schedl nur den Leberschedl und den nur vom Anschauen bei der Küchenschabe. Ich wusste nicht, dass es da auch andere Varianten gibt. Ich find's ganz toll spannend, welche lokalen Köstlichkeiten durch das Event auftauchen.

    Vielen Dank für deinen Beitrag und auch, dass du die Rein auf Mühlviertler Zwilch geparkt hast. Solche Kleinigkeiten liebe ich!

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  2. mhhh... das wird so schnell wie möglich nachgemacht. So einen süßen Schedl kenn ich gar nicht. Aus keiner der beiden mühlviertler Ecken, die in meiner Familie vertreten sind. Da muss ich gleich mal bei Oma, Mama & Papa nachfragen. ;-)

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  3. Super. So einfache Rezepte mit wenig Zutaten sind immer toll. Sieht echt lecker aus.

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  4. Das freut mich, Turbohausfrau, dass ich deine morgendliche Überraschung war :-) Und genau, bisher kannte ich auch nur den Leberschedl ...

    ... und keine süßen Schedl, Barbara. Deshalb mag ich auch dieses Kochbuch so gern! Ja, frag bitte nach bei deiner Verwandtschaft, würd mich auch interessieren!

    Dankeschön, Sternenkind! Schön, dass du da bist :-)

    Und Yv: Ich muss dir beipflichten - dieses Rezept finde ich auch deshalb so toll, weil es von der Zubereitung her so einfach, aber auch so ungewöhnlich ist!

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  5. Da wird's mir ganz warm ums Herz. So ein Oma-Essen ist das Beste.

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  6. Dünner Schedl...kenn ich vom Hörensagen aus der Verwandtschaft...probier ich morgen! Bin gespannt! Danke!

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    1. Und, liebe Karin? Wie ist dein Schedl geworden? :-)
      Liebe Grüße!

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