Mittwoch, 17. April 2013

Veilchenglück


Glücklich, wer den Rasen voller Veilchen hat!

Was bin ich glücklich. Noch dazu sind es die wohlriechenden, die meinen Garten zieren, nicht die duftfreien Hundsveilchen, die nur deshalb so heißen, weil es hundsgemein ist, Veilchen zu finden, die dann nach genau gar nix riechen.

Also doppeltes Glück, auch für euch. Wegen der Veilchenrezepte, die ich euch zum Protzen, Prahlen und Glückseligmachen aufgeschrieben hab. Voll die Arbeit, ja, aber auch voll der Genuss.



Topinambur-Aufstrich-Brötchen mit Winterportulak und Veilchen

Dieses Rezept stammt aus dem Kochbuch „Zauberhafte Blütenküche“ von Elisabeth Mayer. Die Brötchen schmecken einmalig!

Zutaten für 4 – 6 Portionen

4 kleine Topinambur-Knollen, in der Schale gedämpft
250 g Topfen
125 g Sauerrahm
eine Handvoll Winterportulak, fein gehackt
Salz und Pfeffer
Baguette
Winterportulak und frische Veilchenblüten zum Garnieren

1. Die gedämpften Topinambur-Knollen schälen und mit einer Gabel fein zerdrücken.

2. Topinambur, Topfen, Sauerrahm und den fein gehackten Winterportulak vermischen und mit Salz und Pfeffer würzen.

3. Das Baguette schräg in Scheiben schneiden und mit der Aufstrichmasse bestreichen.

4. Mit Winterportulak und Veilchenblüten garnieren.


Wer die Veilchen nicht nur frisch genießen, sondern sich den Duft des Frühlings auch noch ein wenig konservieren möchte, macht das am besten so:



Veilchensirup

Zutaten für ein kleines Gläschen

10 g Veilchenblütenblätter
100 ml kochend heißes Wasser
Zucker
1 Messerspitze Zitronensäure

1. Veilchenblüten im Ganzen pflücken und daheim die blauen Blütenblätter aus den Blütenkelchen zupfen. Alles Grüne muss weg, sonst wird auch der Sirup grün.

2. Die Blütenblätter in ein kleines Glas mit Schraubdeckel geben und mit dem heißen Wasser übergießen. Glas verschließen, abkühlen lassen und für 24 Stunden in den Kühlschrank stellen.

3. Das Glas öffnen: Was für eine Farbe, was für ein Duft!

4. Ein kleines Sieb mit Küchenrolle auslegen und Blütenblätter samt Flüssigkeit hinein gießen. Flüssigkeit auffangen. Blütenblätter gut ausdrücken.

5. Den Veilchensud in einen kleinen Topf geben, dabei das Gewicht bestimmen. Gleichschwer Zucker und die Zitronensäure dazugeben. Gut umrühren und den Sud vorsichtig erwärmen.

6. Den Sud etwa 20 Minuten am nur warmen Herd stehen lassen – nicht kochen, da sonst die Gefahr besteht, dass die ätherischen Öle verdampfen.

7. Sirup noch warm abfüllen und das Glas gut verschließen.


Dieser Sirup ist einfach köstlich und eine absolute Empfehlung! Er schmeckt intensiv und blumig, gleichzeitig nimmt ihm die Zitronensäure die Schwere und balanciert die Süße aus. Er kann mit Sekt aufgegossen oder als Dessert genossen werden. Zum Beispiel so wie hier. Die Küchenschabe hat ihren Sirup mit Panna Cotta und kandierten Veilchen veredelt und ich hab’s ihr glatt nachgemacht, in leicht abgewandelter Form:



Für die Panna Cotta 250 g Schlagobers mit 1 EL Zucker aufkochen und währenddessen 2 Blatt Gelatine in kaltem Wasser einweichen. (2 Blatt deshalb, weil ich nur die halbe Menge gemacht hab, was laut Küchenschabe-Rezept 1,25 Gelatineblätter ergeben hätte. Das war mir dann zu kompliziert und ich finde, die Konsistenz ist trotzdem super gelungen.) Die ausgedrückten Gelatineblätter im heißen Schlagobers auflösen und das Ganze kurz überkühlen lassen. Zwei Förmchen mit kaltem Wasser ausspülen, mit Obers befüllen und nach dem Abkühlen zum Festwerden in den Kühlschrank stellen. Die Panna Cotta wird dann auf ein Teller gestürzt, rundherum mit Veilchensirup angegossen und mit kandierten Veilchen garniert.




Für die kandierten Veilchen 125 ml Wasser mit 300 g Zucker aufkochen und einige Minuten köcheln lassen. Veilchenblüten im Ganzen (also auch mit Blütenkelch) in den Sirup tauchen, kurz abtropfen lassen und auf Backpapier trocknen lassen. Auf diese Art und Weise entstehen zwar nicht so schöne, filigran verzuckerte Blüten, dafür geht es aber schneller.

Beim Wiki-Stöbern hab ich außerdem noch eine Anregung für mein vorläufig letztes Veilchenprojekt dieses Jahres gefunden: Veilchentee. 2 EL getrocknete Veilchenblütenblätter mit 100 g Schwarztee vermischen - zum Riechen, Schmecken, Verschenken oder einfach nur Anschauen.



Also dann: Lasst euch betören und seid glücklich!

Kommentare:

  1. mhhh - hoffentlich hat meine Oma nicht wieder alle Veilchen in ihrem Garten ausgerissen... musste letztes Jahr schon auf meinen Favoriten "Veilchenessig" verzichten

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  2. Ach, das sind so die Momente, wo ich das Landleben doch ein bissi vermisse.

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  3. Unglaublich diese Farbe!
    Ich werde nach unserem Urlaub mein Feld (unseren Garten) durchsuchen ob noch Veilchen da sind.

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  4. ach du liebes Veilchen,
    das ist ja mal ein umfassender Post - bin begeistert,
    der erste Teil " Topinambur-Aufstrich-Brötchen mit Winterportulak und Veilchen" ist voll und ganz mein Geschmack, sieht super aus.

    wirklich schön!

    LG Netzchne

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  5. Hh, ausgerissen, Barbara??? Ich hoffe doch, zur kulinarischen Verwertung? ;-)

    Ja, gell - aber ich verrate dir was, Turbohausfrau: Manchmal vermisse ICH die große Stadt - noch immer (obwohl das Studieren schon ewig her ist)...

    Von der Farbe war ich auch total begeistert, giftigeblonde - ich hab den Sirup ja schon einmal versucht, die Farbe war weit nicht so schön - und das Rezept war auch ein bissl komisch ;-))

    Hat auch so geschmeckt :-) Danke, Netzchen!

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