Freitag, 26. April 2013

Nachtrag: Völlern auf Skandinavisch


Es war als Genussfest gedacht und ist zum Gelage geraten: Nach drei Jahren „Abstinenz“ stand ich vor gut einem Monat endlich wieder einmal einen ganzen Tag lang in der Küche und hab für liebe Freunde gekocht und gebacken. Mehrmals habe ich über mich selbst den Kopf geschüttelt und mich gefragt, wer das bloß alles essen soll. Aber schlussendlich durfte ich mich dann über das schönste Kompliment freuen, das es am Ende eines solchen Tages überhaupt geben kann: leere Teller.

Und gerade, als es mir schon fast ein bisserl peinlich war, nach zwei Sorten Smoerrebroed (Hering nahm auf Roggenbrot Platz, Huhn auf Preiselbeerbrot), einer wahnsinnig guten Kartoffelsuppe mit Lachs, ziemlich üppigen Fischlaibchen mit Hasselback-Kartoffeln, Kräuterremoulade und hausgemachtem Senf, einer sehr erfrischenden Roten Grütze (den Namen mag ich nicht, aber den Geschmack) aus den letzten eingefrorenen Erdbeeren, Weichseln und Himbeeren und einer skandinavischen Gebäckauswahl zum Kaffee – LUFT HOLEN – auch noch Ziegenkäse, Wabenhonig und selbst gebackenes Knäckebrot zu servieren, gerade zu diesem Zeitpunkt wurde mir klar, dass gutes Essen nie zuviel sein kann.

Zum Fotografieren hatte ich bei all den Anrichte-, Aufgabel- und Mimikcheck-Anstrengungen weder Zeit noch Muße. Deshalb hier - nur - die Reste, in rechtes Licht gerückt: Skandinavisches Süß.




Und die Rezepte natürlich auch:

Medaljer

Rezept aus „Die skandinavische Küche“ von Trine Hahnemann, erschienen im Christian Verlag

Zutaten für 10 Stück

Teig
200 g Mehl
50 g Staubzucker
1 TL abgeriebene Zitronenschale
100 g kalte Butter
½ verquirltes Ei

Apfelfüllung
½ Vanillestange
2 säuerliche Äpfel, geschält, entkernt und gewürfelt
70 g brauner Zucker

Glasur
200 g Zartbitterschokolade
40 g Butter

200 ml Schlagobers

1. Mehl, Staubzucker, Zitronenschale, Butter und Ei zu einem glatten Teig verkneten, in Frischhaltefolie wickeln und für etwa 30 Minuten kalt stellen.

2. Backofen auf 220 °C vorheizen. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche 2 – 3 mm dick ausrollen und mit einem runden Ausstecher (etwa 6 – 7 cm Durchmesser) 20 Kreise ausstechen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen und 6 – 7 Minuten im Ofen backen. Auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.

3. Für die Füllung die Vanillestange längs halbieren und das Mark herauskratzen. Apfelwürfel mit Zucker und Vanillemark aufkochen und bei schwacher Hitze etwa 20 Minuten zu einer dicken Sauce einkochen, dabei immer wieder kräftig durchrühren. Abkühlen lassen.

4. Für die Glasur Schokolade und Butter schmelzen und glatt verrühren. Die Hälfte der gebackenen Kekse mit der Glasur bestreichen, dabei rundherum einen Rand frei lassen. Glasur fest werden lassen.

5. Kurz vor dem Servieren das Schlagobers steif schlagen, in einen Spritzbeutel mit Sterntülle füllen und auf die unglasierten Kekse Schlagobers-Ringe spritzen. In die Mitte jeweils einen Teelöffel Apfelfüllung setzen. Die glasierten Kekse aufsetzen.


Zimt-Kardamom-Schnecken

Rezept aus „Die Welt in meiner Küche“ von Tessa Kiros, erschienen im DK Verlag

Zutaten für etwa 35 Stück

Germteig
250 ml lauwarme Milch
70 g feiner Zucker
25 g frische Hefe
1 Ei, leicht verschlagen
125 g weiche Butter
2 TL gemahlener Kardamom
1/4 TL Salz
650 g Mehl

Zimtbutter
2 TL gemahlener Zimt
50 g feiner Zucker
80 g weiche Butter

1 Ei, leicht verschlagen, zum Bestreichen
1 EL Zucker zum Bestreuen

1. Aus den Teigzutaten mit dem Knethaken der Küchenmaschine einen glatten Germteig herstellen. Abgedeckt an einem warmen Ort etwa zwei Stunden gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.

2. Zimt mit Zucker vermischen.

3. Backofen auf 180 °C vorheizen.

4. Den Teig kurz durchkneten und in vier Portionen teilen. Die erste Portion etwa 2 – 3 mm dick zu einer Größe von etwa 30 x 25 cm ausrollen. Ein Viertel der Butter auf dem Teig verstreichen, etwa 3 TL Zimtzucker darüber streuen. Von der Längsseite her einrollen.

5. Durch schräge Schnitte v-förmige Stücke aus der Rolle schneiden – die Basis sollte etwa 5 cm breit sein, die Spitze etwa 2 cm. Die Schnecken auf ihre breite Basis stellen und mit einem Finger fest eindrücken, sodass die Zimtbutter seitlich herausquillt.

6. Mit den anderen Portionen genauso verfahren.

7. Die Schnecken auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen, mit Ei bestreichen und mit Zucker bestreuen. 30 Minuten gehen lassen, dann in ungefähr 20 Minuten goldbraun backen.


Schwedische Granatsplitter

Rezept aus „Backen mit Leila“ von Leila Lindholm, erschienen im AT Verlag

Zutaten für etwa 18 Stück

50 g weiche Butter
250 g zerbröselter Biskuit oder Tortenboden
2 EL Kakaopulver ungesüßt
Rum nach Geschmack
300 g grünes Marzipan
100 g Zartbitterschokolade

Staubzucker zum Bestreuen der Arbeitsfläche

1. Butter mit Biskuitbröseln cremig rühren, Kakao und Rum unterrühren. Masse dritteln, zu länglichen Rollen formen und ins Gefrierfach stellen.

2. Arbeitsfläche leicht mit Staubzucker bestäuben. Marzipan dritteln, zu länglichen Rollen formen und diese etwa 2 mm dick ausrollen.

3. Die Teigrollen aus dem Gefrierfach nehmen, mit dem Marzipan umwickeln, Enden fest andrücken und mit der Nahtseite nach unten wieder ins Gefrierfach stellen.

4. Schokolade schmelzen.

5. Rollen aus dem Gefrierfach nehmen und in 5 cm lange Stücke schneiden. Die Enden in Schokolade tauchen, abtropfen lassen und auf Backpapier legen, bis die Schokolade getrocknet ist.

Kommentare:

  1. Wow, da wäre ich ja gerne Gast gewesen!

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  2. Hihi, da wäre es dann ganz schön eng geworden um den Tisch... Aber das Essen hätte gereicht! ;-)

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