Freitag, 25. Januar 2013

Lesefrucht: Machandels Gabe

Längst sind sie vorbei, die Zeiten, als man, um vom Essen und Trinken zu lesen, ein Kochbuch zur Hand nehmen musste. Kulinarisches findet sich heute in Ratgebern und Sachbüchern, Reiseberichten und Fotobänden, Romanen und Essays. So lässt sich lesend das Genießen lernen …

Ich starte deshalb heute eine (kleine) Serie: die Lesefrüchte. Literarische Häppchen, in aller Kürze vorgestellt. Den Anfang macht:


Das Buch
Ulf Geyersbach
MACHANDELS GABE
Arche Literatur Verlag 2010

Die Geschichte
Erzählt wird das Leben des Sonderlings Ignaz Machandel, der Geselle wird beim berühmten Pariser Koch Baffour, der es bald wie kein anderer versteht, die Menschheit mit seiner Kochkunst zu beglücken und der schlussendlich zwar die bouillon absolu, aber doch sein Glück nicht findet.

Ein Zitat
„Den ganzen Tag schweifte er umher, und gönnte er sich eine Pause, dann aß er an den Quais gebackenen Stint, Cremespeise, Würzbrot – er genoß das Brot. Genoß das Murmeln des Flusses; und über allem genoß er die Idee, aus diesen Facetten bald ein viel strahlenderes Geschmacksgebäude aufzumauern. Bisweilen dachte er, es gäbe Mandelhonig, Schwarzolivenöle und Morchelschaum nur aus dem einzigen Grund: daß nämlich er sich ihrer bemächtigen und sie ihrer Bestimmung zuführen würde.“

Das Fazit
Ulf Geyersbach erzählt in einer wortgewaltigen, bildhaften, überbordenden Sprache. Das muss man mögen – mir war es manchmal zu viel. Die Geschichte selbst ist kurzweilig und hält die eine oder andere kulinarische Inspiration für die eigene Küche bereit. Schade finde ich, dass sich der Autor an manchen Stellen doch sehr stark an „Das Parfüm“ von Patrick Süßkind anlehnt.

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