Samstag, 1. Dezember 2012

Nordzitronen mit Baiser-Notruf


Das Pflücken war nun wirklich kein Honigschlecken. Was für Dornen! Aua. Und die Früchte sitzen leider sowas von hartnäckig dicht am Holz. Aber wie heißt es so schön: Von nix kommt nix. Dann lieber: Augen auf und durch, irgendwann ist jede Ernte eingefahren.

 


Sanddorn. Zuerst einmal die Augenweide: Das Silbergrau der Blätter, dazu das leuchtende Orange der Früchte. Was für ein schönes Farbenspiel.
Dann die Gaumenfreude, im September schon: Sehr säuerlich, aromatisch, fruchtig und saftig schmecken die kleinen Perlen. Sie lassen sich zu einem wunderbaren Mus einkochen, trocknen oder entsaften.
Und natürlich die Gesundheit: Sanddorn, die „Zitrone des Nordens“. Die Früchte enthalten um ein Vielfaches mehr an Vitamin C als Zitronen und es lohnt sich auf alle Fälle, in Grippezeiten auch ihr stärkendes und schützendes Potential zu ergründen.


Sanddorn-Trifle

Wundervolle Kontraste in diesem Dessert: Zuckersüße Baisers treffen auf herb-säuerlichen Sandorn, knusprig trifft auf cremig …

Zutaten für 4 Portionen

250 g Topfen
250 g Sauerrahm
2 EL Vanillezucker
Saft von 1 Bio-Zitrone
8 EL Sanddornmus
4 Handvoll zerbröselte Baisers oder 4 ganze Baisers (gekauft oder selbstgemacht)

1. Topfen, Sauerrahm, Vanillezucker und Zitronensaft verrühren und in Schalen füllen.

2. Baiser darauf setzen (oder Brösel darüber verteilen) und mit Sanddornmus beträufeln.


Sanddorn-Mus

Für Joghurt, Obstsalat, Müsli, Eis, Konfekt oder andere Desserts.

500 g gesäuberte Sanddornfrüchte
50 ml Wasser
200 g Honig

1. Sanddorn mit dem Wasser weich kochen und durch die Flotte Lotte passieren.

2. Honig dazugeben und etwa drei Minuten köcheln lassen.

3. In saubere Schraubgläser füllen, gut verschließen und kühl lagern.

(beide Rezepte aus „wild & köstlich“ von Inge Waltl, erschienen im Verlag Anton Pustet)


Baisers

Die Baisers haben mich ein wenig gehunzt. Ich wollte eigentlich schneeweise, knusprige Baisers, genau solche, wie es das Rezept von Jamie Oliver auch versprochen hat. Aber die angegebenen 150 °C Backtemperatur sind eindeutig zu hoch, meine Baisers bekamen schon nach 15 Minuten braune Spitzen … Daher habe ich sie bei 100 °C weiter gebacken. Die Baisers waren nach etwa 2,5 Stunden Backzeit hellbeige und noch immer etwas klebrig, vor allem an der Oberseite. Nach 2 Tagen (ich hab sie einfach offen in der Küche weitertrocknen lassen), waren sie dann eigentlich schon ganz in der Nähe meiner Vorstellung: Im Kern zwar noch ganz leicht klebrig, aber sonst trocken und knusprig.

Zutaten für etwa 7 große Baisers

3 Eiweiß
150 g gesiebter Staubzucker
1 Prise Salz

1. Eiweiß steif aufschlagen, dann nach und nach Zucker und Salz einrühren und etwa 7 – 8 Minuten weiter schlagen, bis die Masse schneeweiß ist, seidig glänzt und vollkommen glatt ist.


2. Baisermasse mit einem Esslöffel auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech auftragen.


3. Bei 100 °C backen, bis sich die Baisers knusprig und trocken anfühlen (mindestens 2 Stunden).

4. Den Backofen ausschalten, einen Kochlöffelstiel in die Backofentür klemmen und die Baisers im Ofen auskühlen lassen.


Baiser-Notruf: Wie gelingen sie schneeweiß und knusprig?

Kommentare:

  1. Ich hab nicht wirklich Baiser-Erfahrung, aber hast du eh nicht Umluft verwendet?
    Sanddorn mag ich auch sehr, aber halte mich der Einfachheit halber an Nektar aus dem Reformhaus ;-) Ich mache sehr gern die geniale Sanddornsauce von Eline (Küchentanz) zu Geflügel oder Fisch.

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  2. Sanddornernte steht schon ewig auf meiner Liste. Ich wollte auch mal einen Sanddornstrauch in meinen Garten setzen, aber dann hab ich mich doch nicht getraut. Angeblich sollen sie ganz extrem wuchern und einer allein nutzt auch nix, da man immer ein Männlein zu einem Weiblein braucht.
    Die Kombination mit dem süßen Baiser finde ich sehr gelungen. Hat sicher gut geschmeckt.
    Lieben Gruß aus Wien von Frau Ziii

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  3. Nein Friederike, Umluft hab ich nicht verwendet. Aber ich hab mir mittlerweile eh schon wieder ein neues Rezept rausgesucht, mal schaun, ob das funktioniert ;-)

    Also der Sanddorn meiner Mutter wuchert eigentlich nicht, Frau Ziii. Er steht neben seinem "Geschwisterl" inmitten einer Hecke - vielleicht können sich die zwei auch dadurch nicht sonderlich ausbreiten. Ja, war wirklich gut :-)

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  4. Diesen Baisernotruf hätte ich schon öfters gebraucht, ist mir eigentlich noch nie wirklich gelungen. Jetzt probier ichs nochmal mit dieser Anleitung (notfalls rumliegen lassen ist oft eine gute Lösung, endet bei mir gelegentlich auch mit wegschmeissen).

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  5. Halt, 356 Tage, da hab ich (bald) was für dich! Gestern nochmals "Windringerl" gemacht und sie sind perfekt geworden! Ich freu mich so :-) Das Rezept kommt bald!

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