Montag, 17. September 2012

Schon wieder: Alles nur ein Bioschmäh?


Ich bin ganz sicher nicht der Meinung, dass Bio unantastbar ist. Es muss darüber geredet werden, Bio darf in Frage gestellt werden. Nur so kann es sich weiter entwickeln und besser werden. Die aktuelle Debatte aber, die ärgert mich.

Bio ist also kaum gesünder oder besser als Konventionell, tönt es derzeit quer durch alle Medien. Auslöser war die so genannte Stanford-Studie, eine systematische Analyse vieler verschiedener Untersuchungen, deren Fazit es ist, dass Biolebensmittel keinen nennenswert höheren Nährwert haben als konventionelle Produkte.

Also mir war eigentlich vorher schon klar, dass Bio-Lebensmittel nicht unbedingt ein Mehr an Nährstoffen bringen. Viel wichtiger ist doch das Weniger an Pestiziden, Hormonen, Antibiotika, Zusatzstoffen, Umweltverschmutzung und Tierleid, das Bio nach sich zieht. Wieso also jetzt diese aufgeregte Diskussion? Und vor allem: Warum schafft es eine Studie, die lediglich einen kleinen Ausschnitt dessen, was Bio ausmacht, zum Thema hat, den Bio-Gedanken an sich in Frage zu stellen?

Kommentare:

  1. Danke, daß du das thematisierst. Ich habe mich ueber diesen unreflektierten Stanford-Schmarrn in den Medien sehr geaergert. Am Sonntag abend dann noch das Thema aehnlich tendenziell behandelt bei Jauch (mit Pollmer!! und der tapferen S. Wiener, ich hab gleich wieder abgedreht).
    Ich glaube sehr selten an Verschwoerungen, das ist aber schon Strategie. Bio ist durch die Supermaerkte zu einem Massenmarkt mit Massenproduktion geworden und dadurch Konkurrent der konventionellen Produzenten.

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  2. rege mich seit das zum thema wurde auf, vor allem aber über die dummheit der kolleg/inn/en in den medien, die es nicht schaffen, das zu hinterfragen. ein gefundenes fressen für, die immer schon wussten, dass das mit dem bio eh alles nur lügen seien. ja, und dann auch noch diese unsägliche jauch-sendung, den ich übrigens für extrem schlecht vorbereitet hielt. ich schätze ja pollmers querkopf oft sehr, aber da ist er (wieder mal) zu weit gegangen. und wieners ansichten teile ich inhaltlich häufig, aber wie sie argumentiert und in welchem tonfall sie das tut, macht die sache leider nicht besser. ein einziges großes ärgernis. und: haben wir niemanden anderen, keine frauen, die in der öffentlichkeit unaufgeregt, sachkundig und glaubwürdig über essen sprechen können? das einzig gute waren die sehr gelassen und ruhig vorgetragenen erfahrungswerte des von-und-zu-biobauern, der seit 20 jahren ganzjährige freilandrinderhaltung betreibt. habe eh schon einen seiserschmarrn überlegt, aber wegen buch noch keine ruhe gefunden.

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    1. "haben wir niemanden anderen, keine frauen, die in der öffentlichkeit unaufgeregt, sachkundig und glaubwürdig über essen sprechen können?"
      ich wüsste schon wen katha ...

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  3. hmm, schwieriges Thema. Diese Studie mag ihre Berechtigung haben, schade ist immer was daraus gemacht wird. Manchmal kommt mir vor, das wird gar nicht genau gelesen/recherchiert, sondern da wollte jemand schon lang reisserisch was schreiben und glaubt er kann das mit so einer Studie untermauern... Am ersten Tag war es ganz schlimm, dann haben die Medien eh schon wieder eingeräumt, dass die Studie ja eigentlich nur einzelne Inhaltsstoffe betrifft. Aber was bleibt hängen, beim Konsument, der nicht hinterfragt...
    Allerdings ist es aber auch wieder ganz gut, dass das Thema jetzt aufkommt. Bio-Sachen in Supermärkten, die ja so gerne gekauft werde und das Gewissen beruhigen, werden ja leider auf eine Stufe mit "richtigen" Biosachen direkt vom Bauernhof gestellt. Sind aber eigentlich industriell produziert, oft in den gleichen Betrieben, wie die konventionellen Produkte.
    Und was so im Weinbau mit Bio passiert, da kommt einen sowieso das K...

    So, genug aufgeregt. Ich muss los, Weinlese.

    glg, die Kärntnerin

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  4. Habs auch gesehen und danach eine rege Diskussion mit dem Mitgenießer gehabt. Zur Sendung an sich sag ich jetzt lieber nix, aber wichtig ist doch, sich selbst zu informieren und zu wissen, was man sich von welchem Produkt erwartet- und was es dann auch bieten (will).
    Als (auch weiterhin) überzeugte Bio-Einkäuferin kratzt mich das erstaunlicherweise wenig- zum Glück. Schade nur, wenn Andere sich dann wieder abbringen lassen.
    Lg Himbeerschoko

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  5. Ich habs mir gar nicht angeschaut, weil ich genau befürchtet habe, was ich hier nachlesen konnte:

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/faz-net-fruehkritik-guenther-jauch-am-liebsten-einen-bio-haendel-11892971.html

    Wie solche Runden zusammengestellt werden, würde mich mal wirklich interessieren... oft kriegt man ja auch nicht die 1. Wahl, die man möchte... aber mit der Wiener auf der einen Seite (ja eh! lieb) und dem Müller-Milch-Mann tut man uns sicher nix gutes. Ich geh jetzt einen Apfel essen, weil ich will mich grad nicht aufregen....

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  6. Das hier ist ein guter Artikel zum Thema! Viele Grüße!!
    http://www.fr-online.de/meinung/kolumne-liebe-biogemuese-studie-,1472602,17199022.html

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  7. Danke euch allen für eure Links und Kommentare. Die Jauch-Sendung war wirklich ein Wahnsinn, mir hat sich fast der Magen umgedreht - vor allem bei diesen unglaublich coolen und unglaublich kurzsichtigen Geschäftsmännern auf der linken Seite.
    Ich bin gespannt, ob (und wie) die Diskussion jetzt weitergeht oder ob sie eh gleich wieder im Sande verläuft ...

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