Dienstag, 11. September 2012

Das ist der Daumen ...


… der schüttelt die, ähm, Bidling. Ok, das reimt sich nicht, aber was reimt sich schon auf Bidling?

Noch so was Besonderes aus dem unerschöpflichen Garten meiner Eltern: die gelben Bidlinge. Ich mag

1. den Geschmack dieser alten Obstsorte – süß und aromatisch, fast, als hätten Zwetschke und Marille ein kleines G’spusi miteinander (obwohl es natürlich ebenso sein kann, dass dieser Eindruck vom Sonnengelb der Früchte herrührt – bekanntlich beeinflusst ja auch die Farbe das Geschmacksempfinden).

2. dieses Wort. Bidling. Das –ling am Schluss macht die kleinen Naturgestalten fast ein wenig menschlich. Zu: Genüsslingen.

3. die vielen amüsanten Entdeckungen, wenn ich auf kulinarischer Recherche im Web unterwegs bin: Bidlinge heißen Eierpflaumen und sind, wie sich vermuten lässt, eine Unterart der Pflaumen. Sie gehören zu den Halbzwetschen, die tatsächlich ohne „k“ (oder „g“, wie auch immer) geschrieben werden und zwar den Zwetschken mit „k“ nahe stehen aber eben keine Zwetschken sind. Sondern Zwetschen.

Wer sich jetzt noch auskennt: tüchtig. Alle anderen: Kommt mit! In den Garten, Bidlinge schauen!

 

Bidlinge lassen sich wie normale Zwetschken verarbeiten, zu Kuchen, Marmelade oder Kompott. Weil ich aber so fasziniert war von Frau Ziiis saurer Marillenmarmelade, habe ich das Rezept mit meinen gelben Genüsslingen ausprobiert. Ich habe mich ziemlich haarscharf an die Instruktionen gehalten, lediglich die Kochzeit muss bei den Bidlingen eine Spur verlängert werden, damit sie weich genug sind zum Passieren. Außerdem habe ich die Chilischoten nicht zerbröselt, sondern ganz gelassen.
Leider war ich vom Ergebnis dann nicht vollends überzeugt. Das Problem war der Essig. Der Dirndlessig, den ich verwendet habe, ist zwar fruchtig, aber, weil mit nicht allzu mildem Apfelessig angesetzt, leider dann doch etwas zu kräftig und bodenständig für diesen Zweck. Was in der Folge beim ersten Verkosten der sauren Bidlingmarmelade passiert ist, lässt sich nachlesen bei Frau Ziii. J

Kommentare:

  1. Ups... das hast Du Dir nicht verdient. Wie gemein! Aber eines muss ich schon noch sagen... die Marmelade braucht ihre Zeit. Frisch schmeckt sie nicht so gut, weil die Essigsäure anfangs schon ein bisserl aufdringlich ist. Der Essiggeschmack wird durch längeres Stehen milder und fügt sich der Frucht. Marillen sind auch ein Obst mit relativ wenig Säure. Bidlinge habe ich noch nie gegessen. Der Zuckergehalt kann halt dann auch ein wenig variieren... ach, schade, dass es nix geworden ist.…

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  2. So, jetzt bin ich noch in den Keller gegangen und hab ein Glas nach oben geholt. Die Marmelade steht jetzt bei mir seit 4 Wochen. Die Säure passt. Meine Marillen waren aber sehr reif und süß und der Essig ein ganz milder. Vorsichtshalber habe ich aber jetzt noch mein Rezept mit einem Nachtrag versehen.
    Lieben Gruß aus Wien von Frau Ziii

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  3. Kann es sein, dass diese Frucht bei uns in der Schweiz "Mirabelle" genannt wird?

    http://de.wikipedia.org/wiki/Mirabelle

    Ich liebte diese Frucht, hatten sie in unserem Garten. :D

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  4. Bidlinge habe ich noch nie gegessen, geschweige denn je einen Bidlingbaum gesehen!
    Die gefallen mir. Damit würde ich gerne ein Risotto zu dunklem Fleisch ausprobieren!

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  5. Wir nennen die Dinger "Eierpflaumen" :) Der steinalte Baum, den wir mal hatten, lebt aber mittlerweile nicht mehr, und ich vermisse ihn sehr. Ganz großer Neid also!

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  6. Wie schön eingeleitet mit: *Das ist der Daumen*...
    Du mußt dringend in meinen Roll :)!

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  7. Na gut, dann wart ich halt noch ein bissl, Frau Ziii... Aber eigentlich hatte die Marmelad eh schon fast zwei Wochen. Du hättest jetzt aber nicht nervös werden müssen ;-)

    Mirabellen sind glaub ich was anderes, diablitadeoro. Die sind doch eher rund, soweit ich weiß, und die Bidlinge sind eher länglich, wie Zwetschken halt, nur gelb. Die Pflaumenwelt scheint aber echt eine ziemlich große zu sein... Wo sind die Experten??

    Das ist eine gute Idee, Eline! Deine Küchenphantasien sind ... phantastisch :-)

    Dafür ist unser Baum noch eher jung, CH, und ich hoffe, er lebt noch lang! Ich amüsier mich immer voll über die diversen Bezeichnungen und die Unterschiede zwischen den Nationalitäten ;-)

    Danke, grain de sel, das freut mich!!!

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