Sonntag, 15. Juli 2012

Der vierbeinige Patient


In letzter Zeit frage ich mich oft, was wohl hinter diesen Augen vor sich geht. Langweilt er sich, der alte Kindskopf (er ist nie erwachsen geworden, musste er auch nicht, seine Mama ist bis heute an seiner Seite)? Freut er sich über die Auszeit? Nervt ihn das Herumdoktern? Oder genießt er die besondere Fürsorge und Aufmerksamkeit, die ihm momentan geschenkt wird?

Mein Pferd Phoenix (bei mir, seit er auf der Welt ist) hat sich vor etwas mehr als zwei Monaten die Sehne des linken Vorderbeins verletzt. Die Tierärztin hat ihm 9 Monate Ruhe auferlegt. Seitdem wird er gepflegt und umsorgt, ohne dafür eine Gegenleistung erbringen zu müssen. Er steht in der Früh auf, wartet darauf, dass ihm jemand sein Frühstück macht und lungert dann den ganzen Tag herum, in der Sonne dösend oder auch nicht. Abends darf er ein kleines Stück spazieren gehen, dann ist aber auch schon wieder Zeit für seine Abendration in der frisch gemachten Box. Mmh, das klingt nach Urlaub und den soll er auch haben. Ich bin dankbar, dass er noch da ist.

Kräuterkugeln



Zutaten

3 Karotten
3 Äpfel
500 g Vollkornhaferflocken
250 g Weizenkleie
½ l Wasser
20 Kräuterzuckerl

1. Wasser erhitzen und Kräuterzuckerl darin auflösen.

2. Äpfel und Karotten grob raspeln, mit Haferflocken und Weizenkleie gut vermischen.

3. Das Kräuterzuckerl-Wasser dazugeben und zu einem griffigen Teig verarbeiten. Etwa 45 Minuten rasten lassen.

4. Mit den Händen oder zwei Teelöffeln kleine Kugeln formen und auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech etwa 60 – 90 Minuten bei 170 °C backen, bis sie hart geworden sind.

5. Die Kräuterkugeln noch etwa einen Tag gut durchtrocknen lassen.


Was sein Bein angeht, probieren wir derzeit verschiedenste Ansätze aus, um den Heilungsverlauf zu unterstützen, unter anderem Aromatherapie (nach einer Rezeptur von Himbeerschoko, danke dafür!), sanftes Bewegen und Gymnastizieren sowie Behandlungen mit Beinwell. Diese Pflanze gilt als „Arnika der Knochen, Gelenke und Sehnen“ und ist, so habe ich recherchiert, bei Sportverletzungen das Mittel der Wahl (weil entzündungshemmend, schmerzlindernd, abschwellend). Beinwell wächst bei uns recht üppig und ich habe es regelrecht genossen, mit Spaten und Händen nach den Wurzeln zu graben. Die sind dick und kräftig und von einer schwarzen Außenrinde umgeben, weshalb die Pflanze im Volksmund auch Schwarzwurzel genannt wird.


Die Wurzeln werden gewaschen und samt der Außenrinde in Scheibchen geschnitten. Ich habe sie dann zu Tinktur und Salbe verarbeitet, beides wende ich äußerlich an.

Beinwell-Tinktur

Ein weithalsiges Glas, das ungefähr 1 Liter fasst, etwa zur Hälfte mit klein geschnittenen Beinwell-Wurzeln füllen und mit Obst- oder Kornbrand aufgießen. Etwa 3 Wochen in die Sonne stellen, dabei ab und zu schütteln. Abseihen und in eine Flasche umfüllen.


Beinwell-Salbe

Beinwell-Wurzeln  sehr klein schneiden und in einen Topf geben (die Menge hängt vom späteren Bedarf ab, ich habe 800 g verarbeitet, für den Anfang und „menschlichen“ Gebrauch tun es aber sicher auch 100 g). Mit Olivenöl auffüllen, die Wurzeln sollen gut bedeckt sein. Das Öl erhitzen und die Wurzeln etwa 1 Stunde ausbraten, dabei das Öl nicht zu heiß werden lassen.
Abseihen, das Öl abmessen und wieder zurück in den Topf geben. Pro 100 ml Öl 10 g Bienenwachs zugeben und schmelzen lassen. In Salbendoserl (in meinem Fall waren es große Gläser) füllen und beschriften.

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