Mittwoch, 13. Juni 2012

Fleischlos 3/3: Vegane Hascheeknödel


Als Oberösterreicherin liebe ich Knödel. Und als Hobbyköchin liebe ich Herausforderungen. Die finde ich zum Beispiel in veganen Rezepten. Ich habe mal mit dem Gedanken gespielt, für meine fleischaffinen Freunde ein veganes Menü zu kochen, ihnen das aber nicht zu sagen. Einfach zu schauen, was passiert. Als Dessert wäre ein Schokomousse recht, das mit Seidentofu gemacht wird und wirklich wahnsinnig gut schmeckt (ausprobiert vor nun schon mehreren Jahren). Als Hauptspeise vielleicht diese veganen Hascheeknödel, die OÖN-Kulinarikjournalist Peter Hirsch gemeinsam mit Hannes Braun, dem Küchenchef des Restaurants p’aa in Linz, gekocht hat?

Ich muss zugeben: Die Hascheeknödel würden nicht als echte durchgehen. Wobei sie gar nicht mal sooo schlecht waren. Das Wichtigste dabei ist aus meiner Sicht die Qualität und der Geschmack der veganen „Wurst“, die verwendet wird. Damit steht und fällt das Gericht.

Zutaten

Teig
4 speckige Kartoffeln, am Vortag gekocht, gepresst
gleichschwer Mehl
Salz
etwas Olivenöl

Fülle
mindestens drei verschiedene vegane Wurstsorten (im Bioladen)
1 Zwiebel
1 – 2 EL veganes Schmalz (im Bioladen)
1 Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Majoran

Malzbiersaftl
1 kleine Zwiebel
1 EL Olivenöl
1 Knoblauchzehe
Majoran
1/8 l Malzbier
dickflüssige Sojasauce oder vegane Mushroom-Oyster-Sauce (beides im Asiamarkt)

Stöcklkraut
Essig, Wasser, Salz, Zucker, Kümmel
1 mittleren Krautkopf
2 EL veganes Schmalz

1. Für das Stöcklkraut Essig, Wasser, Salz, Zucker und Kümmel in einem geräumigen Topf aufkochen. Den Krautkopf vierteln oder sechsteln (der Strunk bleibt dran!) und in den Topfn legen, das Schmalz dazugeben und zugedeckt in etwa 30 – 60 Minuten weich dünsten.

1. Für den Teig die Zutaten vermischen und 10 Minuten rasten lassen.

2. Für die Fülle die Wurstsorten faschieren. Fein geschnittene Zwiebel in Schmalz hell rösten, unter die Wurst mischen. Mit Knoblauch, Salz und Pfeffer, Majoran und Paprikapulver würzen.

3. Aus der Fülle kleine Knöderl formen und mit Kartoffelteig ummanteln.

4. In einem großen Topf Wasser zum Kochen bringen und salzen. Die Knödel einlegen und etwa 20 Minuten sanft köcheln lassen.

5. Für das Saftl die klein geschnittene Zwiebel in Olivenöl anschwitzen, Knoblauch und etwas frischen Majoran dazugeben und mit Bier aufgießen. Einkochen lassen und mit Sojasauce oder Mushroom-Oyster-Sauce abschmecken. Wer mag, kann die Sauce passieren. Sollte sie zu dünn sein, etwas Kartoffelstärke mit kaltem Wasser anrühren und die kochende Sauce damit eindicken.

Kommentare:

  1. "Wobei sie gar nicht mal sooo schlecht waren."
    ;-) Tapferer Versuch!
    Diese vorsichtige Aussage und das Bild bestätigt meine Meinung, dass das Nachahmen von Fleischgerichten in der vegetarischen und veganen Küche ein Irrweg ist.

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  2. Ja, der Versuch war tapfer, Eline. Manchmal interessiert es mich, wie solche Rezepturen gelingen, wie sie schmecken und ob sie etwas für sich haben oder nicht.
    Vegane "Fleischgerichte" werden auch meinen Speisezettel nicht erobern, aber: Ich kann es verstehen, wenn Veganer versuchen, ein wenig "Fleischgeschmack" in ihre Küche zu bringen. Viele leben ja deswegen so, weil es für sie unzumutbar ist, wie Tiere gezüchtet, gehalten und geschlachtet werden, ganz einfach wie mit ihnen umgegangen wird. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass es ihnen ja eigentlich oft schmecken würde.

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  3. Das ist ja nett. Wenn du tatsächlich gerne vegane "Fleischgerichte" nachkochen möchtest, dann wirst du auf meinem Blog bestimmt fündig werden. Ich habe fast nur vegane "Fleischgerichte". Vom Hackbraten bis Spareribs :))

    Gerade weil ich Fleisch gern gegessen habe, wollte ich auf den Geschmack nicht verzichten. Von daher habe ich speziell für "Umsteiger" meinen Blog erschaffen. Und viele Gerichte sind so identisch, dass tatsächlich kein Tier mehr für Genuss getötet werden muss.

    Viele Grüße
    Peter

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  4. Dann werde ich gleich mal stöbern gehen, Peter :-)

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  5. Das klingt ja mal abgefahren! Hascheeknödel habe ich früher geliebt, aber nicht so sehr die Grammelknödel. Obs dafür wohl auch ein veganes Rezept gibt?! :-)

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    1. Bestimmt!!! Bei mir wars auch so - Hascheeknödel öfter und lieber als die mit Grammeln :-)

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  6. Liebe Knödelköchin!
    Vegane Linzer Knöderl mit Oystersoße? In meinem 3.vegetarischem Kochbuch habe ich Gerichte meiner Heimat OÖ veganisiert oder vegetarisiert wie "Frankenburger Knödel, Beuschl oder Heringkäse" usw. erschienen im Kehrwasserverlag "Silvias Gemüseküche".Kocht´s meine Knöderl einmal nach, Lg veggiequeen.at

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