Donnerstag, 12. April 2012

Dr. Wegerich

Endlich! Endlichendlichendlich. Der Spitzwegerich ist da. Nun sind die Rosetten dicht und die Blätter stark genug. Die erste Ernte des Jahres ist eingebracht.


Spitzwegerich ist wichtig: Wenn man sich in die Nesseln setzt. Wenn Lästwanzen plagen. Wenn aus einer Mücke ein Elefant wird. Oder wenn wer Flöhe hat im Ohr oder Hummeln im Hintern.
Das alles ist nicht sprichwörtlich gemeint, ganz und gar nicht. Die dunkelgrünen, festen Blätter mit den Längsadern wie vom Architekten sind tatsächlich meine erste Wahl bei Insektenstichen, Brennnesselblessuren und kleinen Wunden. Und nicht zu vergessen: Des Minimädels wundersüßer Zwetschkenpopo schwört ebenfalls auf dieses Kraut.
Antibakteriell wirkt es und zusammenziehend, es lindert den Juckreiz und beruhigt gereizte Haut. Für eine solch famose Arznei braucht keiner in die Apotheke zum Heiligen Wasweißich zu pilgern. Nein, einfach raus in die freie Natur.


Für den Notfall: Spitzwegerichblätter zwischen den Fingern zerwuzeln, bis etwas Saft austritt. Dann den Saft auf die juckende oder wehe Stelle streichen. Es kann auch das gequetschte Blatt aufgelegt werden.


Für die Hausapotheke: Öl oder Salbe daraus zaubern. Einfach gemacht und, wie ich finde, unentbehrlich. Dafür werden Spitzwegerichblätter gesammelt, daheim gesäubert und grob zerkleinert. Der Spitzwegerich kommt in ein Glas (nicht unbedingt reinstopfen, aber voll sollte es schon sein). Dann mit Olivenöl bis zum Rand auffüllen. Verschließen und auf ein Fensterbankerl in die Sonne stellen.


In drei Wochen geht’s weiter!

Bis dahin bleibt mir allerdings eine Frage: Warum gibt es eigentlich so viele Redewendungen mit Insekten drin?


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