Donnerstag, 29. März 2012

Wenn der Postmann zweimal klingelt …

… dann steht er schon ungeduldig vor der Haustür mit meiner neuen Amazon-Lieferung (die schwer ist, ziemlich schwer).


Ich liebe Bücher! Echte Bücher, wohlgemerkt. Solche zum Anfassen und Umblättern, zum ganz nah heran Halten und daran Riechen, zum ins Regal Stellen und wieder Herausnehmen, zum Einband Betrachten und über die Bilder Streichen, zum in die Küche Mitnehmen und daraus Kochen … Ein e-Book hingegen, das kommt mir nicht ins Haus. Das ist irgendwie, das ist einfach, nein, das geht schon rein gefühlsmäßig gar nicht. Es mag vielleicht ganz praktisch sein, wenn man in Urlaub fährt, weil man sich dann eine Menge Gewicht erspart (mehr Vorteile fallen mir schon nicht mehr ein), aber den möchte ich sehen, der ruhig bleibt, wenn Spritzer vom Kuchenteig auf dem nagelneuen i-Pad landen oder beim Saucen kosten etwas daneben geht.

Kochbücher liebe ich ganz besonders. Oft lese ich sie wie einen Roman, von vorne bis hinten und in einem durch. (Lese ich manche Romane wie Kochbücher?) Diese Leidenschaft habe ich, wie so vieles andere auch, meiner lieben Mama zu verdanken, die sich immer wieder einmal schwört, nie wieder ein Kochbuch zu kaufen. Lustige Idee.



Ich habe heute meine Kochbücher gezählt.

248.

Schluck.

248?

Tatsächlich. 248 Kochbücher. Ich war selbst ein klein wenig erschrocken, aber eigentlich finde ich es schön. Immerhin sind auch einige Schätze darunter, wie das Handgeschriebene meiner verstorbenen Oma (mit DEM Kuchengenuss unserer Kindheit, ihrem feinen Marmor-Guglhupf) oder die Werke aus den 1960er bis 1980er Jahren, die mich immer wieder zum Schmunzeln bringen („Herbe Männer lieben Süßes. Deshalb habe ich hier für die Supermänner Rezepte aufgeschrieben, die auch den Superdamen gefallen werden.“).


Dazu kommen noch Unmengen an ernährungswissenschaftlicher Fachliteratur, Ernährungs- und Lebensmittelratgebern, Fach- und Kochzeitschriften, … Also ICH mag meine Ess-Bibliothek.

Wer sich jetzt beim Augenverdrehen oder Kopfschütteln erwischt, dem sei gesagt:
1) Jeder hat seine Leidenschaft (seinen Vogel).
2) Es gibt Leute, die noch viel leidenschaftlicher sind als ich. Das ist ja bekanntlich immer so, ganz egal, worum es geht. Eine dieser Leute ist die Dame hinter esskultur.at, meinem absoluten Favourite in der Food-Blogosphäre. In vielem von dem, was Katharina Seiser so grandios schreibt, erkenne ich mich wieder (ihre Leidenschaft für gutes Essen, ihr Faible für Listen, ihr Interesse an Wildpflanzen). Und sie hat eindeutig mehr Bücher als ich. Eines davon hat sie selbst geschrieben, das ganz linke im unteren Bild: So schmecken Wildpflanzen. Empfehlung!


Katharina Seiser ist übrigens Vortragende beim Symposium des forum ernährung heute am 14. Juni 2012 in Wien: Freiheit oder Fremdbestimmung – Wie privat ist unser Essen? Ein tolles Thema. Auf Katharina Seiser freu ich mich besonders. Sie spricht über Hedonismus und Genuss.

Kommentare:

  1. danke fürs bei mir drüben kommentieren - dein blog ist wegen der wildpflanzen, georg friedls mühlvierteln (das ich in ähnlicher erinnerung habe) und jetzt auch noch den hundekeksen (die zeiten sind bei mir leider vorbei, die für meine hündin waren immer mit erdnussbutter...) sofort in den feedreader gewandert (mache ich bei neuen blogs sonst nie, lese immer erst einige wochen mit).
    schönes blog, schon jetzt! freue mich aufs mitlesen.
    und aufs kennenlernen im juni - hat mich ein bissl erschreckt, das so öffentlich zu lesen ;-)

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  2. Danke Katha für deinen Kommentar. Ich fühle mich geehrt! Und wie! Ja, es scheint, als hätten wir viel gemeinsam, was unsere Leidenschaften betrifft :-) Die Sache mit der Erdnussbutter werde ich demnächst mal ausprobieren.
    Freu mich ebenfalls schon aufs Kennenlernen!

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